Vortragende und Abstracts





Julia Brilling

Vortrag:

Awesome Comebacks to Street Harassment

Fr, 25.7.14, 12:00 Uhr

Zur Person:

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Prof. Dr. Nina Degele

Vortrag:

Heteronormativität politisch kritisieren (Nina Degele)

Fr, 25.7.14, 12:30 Uhr

Zur Person:

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Mutlu Ergün-Hamaz

Vortrag:

speaking emPOWERment – Hat ein empowertes Bewußtsein was zu sagen?

Do, 24.7.14, 16:45 Uhr

Zur Person:

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Prof. Dr. Elahe Haschemi Yekani

Vortrag:

Queere Gedanken zu Privilegien

Do, 24.7.14, 12:00 Uhr

Zur Person:

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profx. dr. lann hornscheidt

Vortrag (KEYNOTE):

sprachHandeln jetzt und hier! ein trans_feministisches plädoyer für sprachlich intervenierende kreativität und wider die idee von sprachneutralität und sprachgerechtigkeit

Fr, 25.7.14, 10:15 Uhr

Zur Person:

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Joke Janssen

Vortrag:

(Mediales) Sprechen über Trans*Elternschaft

Do, 24.7.14, 12:30 Uhr

Zur Person:

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Jayrôme C. Robinet

Vortrag:

Spoken word – (Wie) Klingt Sprachkritiklyrik auf meta_praktischer Ebene?

Do, 24.7.14, 17:45 Uhr

Abstract:

Spoken Word – schlicht das „gesprochene Wort“ – ist die Kunst des Schreibens und Performens, eine Mischung aus Poesie und Vortrag. Es ist Pop- und Hochkultur zugleich. Diese Kunstform entstand aus der Beatnics Bewegung, der Hip Hop Szene, dem Theater und der klassischen Poesie. Spoken Word und Poetry Slam sind stark miteinander verbunden und unterscheiden sich hauptsächlich darin, dass Poetry Slam einen Wettbewerbscharakter hat. Heute sind beide Ausdrucksformen in akademischen Kreisen angekommen.

In meiner Präsentation werde ich zunächst Möglichkeiten sprach(wissenschaft)licher Interventionen auf der Ebene des Bezeichneten sowie des Bezeichnenden kurz vorstellen. Anschließend werde ich eigene Spoken Word Texte vortragen, die die Brücke zwischen Theorie und Praxis schlagen. 

Ein Hoch auf mehr menschliche Korrektheit.

Zur Person:

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Dr. Reyhan Şahin a.k.a. Lady Bitch Ray

Vortrag:

Meine Muschi juckt! Vagina Style – Lady Bitch Ray's Bitchsm-Sprache als Empowerment

Do, 24.7.14, 17:15 Uhr

Zur Person:

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Noah Sow

Vortrag (KEYNOTE):

Jenseits böser Wörter – hegemoniale Mechaniken öffentlicher Sprache

Fr, 25.7.14, 14:15 Uhr

Zur Person:

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Nora Sties

Vortrag:

Krüppelfürsorge auf dem Weg zur Inklusion – 100 Jahre sprachliche Aushandlung von Mensch-Sein und Behindert-Werden

Do, 24.7.14, 14:15 Uhr

Zur Person:

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Jana Tereick

Vortrag:

Reflektierter Sprachgebrauch als Ziel von Diskurskritik

Fr, 25.7.14, 16:00 Uhr

Zur Person:

Sprach- und Medienwissenschaftlerin an der Universität Hamburg. Schwerpunkte: Diskursanalyse, Korpuslinguistik, Sprachkritik.

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Prof. Dr. Heike Wiese

Vortrag (KEYNOTE):

„Frau Wiese, Sie verraten unsere Kultur!!“ – Sprache als Arena sozialer Grenzziehungen

Do, 24.7.14, 14:45 Uhr

Abstract:

Im Zusammenhang mit meiner Forschung zu Kiezdeutsch und einigen Medienberichten darüber erhielt ich unter anderem eine Email, die unter dem Betreff „Ich bin sehr enttäuscht von Ihnen Frau Wiese“ mit dem Text „Guten Tag! Sie verraten unsere Kultur!!“ begann. In einer anderen Email wurde mir vorgeworfen, meine Analyse von Kiezdeutsch als deutscher Dialekt sei „ein dreister Versuch, ein Stück deutscher Kultur mit Ihrem so heiß geliebten "Kiezdeutsch" zu vermischen“, und ähnliche Aussagen finden sich in einer ganzen Reihe von Emails ebenso wie in der öffentlichen Diskussion etwa bei Leserkommentaren auf Websites von Zeitungen und Zeitschriften.
Wie kommt es zu solchen Wogen der Empörung? Was für eine sprachideologische Basis haben solche Aussagen? Welche Prozesse sprachlicher und sozialer Abgrenzung werden hier wirksam, und wie interagieren sie? In meinem Vortrag nutze ich ein Korpus solcher Emails und Leserkommentare (www.kiezdeutschkorpus.de → „KiDKo/E“) als besonders ergiebige empirische Resource für einen Zugang zu diesen Fragen.
Ich kläre zunächst den generellen sprachideologischen Kontext der Debatte um Kiezdeutsch und zeige die Wirksamkeit einer besonderen, möglicherweise deutschlandspezifischen „Ius sanguinis“-Perspektive auf Dialekte auf. Anhand des Korpus analysiere ich dann zentrale Topoi in der öffentlichen Diskussion zu Kiezdeutsch und die sprachlichen und sozialen wir/sie-Dichotomien, die hier deutlich werden. Die Analyse belegt eine Abwertung auf der Basis sozialer Hierarchisierung und eine Ausgrenzung auf der Basis ‘ethnischer’ Zuschreibungen, bei der Kiezdeutsch-Sprecher/innen als nicht-deutsch konstruiert und damit von einer wir-Gruppe ausgeschlossen werden, die die alleinige Eigentümerschaft für deutsche Dialekte für sich beansprucht.
Die Daten weisen damit auf eine interessante Interaktion sprachlicher und sozialer Dichotomien in Form einer Transposition sozialer Grenzziehungen auf die sprachliche Ebene: Devaluationen und Außen-Klassifizierungen eines Sprachgebrauchs werden genutzt zur Ausgrenzung seiner Sprecher/innen als Mitglieder einer sozialen Gruppe, die als out-Group konstruiert ist; Sprache dient damit quasi stellvertretend als Arena für die Aushandlung von Grenzziehungen, die essentiell sozialer (in diesem Fall mitunter bis zu xenophober) Natur sind.

Zur Person:

Heike Wiese ist Professorin für Deutsche Sprache der Gegenwart an der Universität Potsdam und Sprecherin des dortigen Zentrums „Sprache, Variation und Migration“. Ihre Forschungsinteressen liegen im Bereich der Analyse und Modellierung sprachlicher Variation, mit einem Schwerpunkt auf Diversität im urbanen Raum. Ihre aktuellen Forschungsprojekte befassen sich unter anderem mit sprachstrukturellen und soziolinguistischen Fragen zu Kiezdeutsch und mit Einstellungen gegenüber Sprechweisen außerhalb einer monolingualen „Standardsprache“.

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Prof. Dr. Dr. h.c. Ruth Wodak

Vortrag (KEYNOTE):

‚Redsk*ns‘ oder ‚Native Americans‘? Kritische Anmerkungen zur Macht der Sprache

Do, 24.7.14, 10:15 Uhr

Abstract:

In den letzten Wochen mehren sich wieder Debatten zur ‚political correctness’, sowohl in Europa wie in den USA. Handelt es sich um Sprachpolizei, um Zensur, um Eingriff in die Meinungsfreiheit und ‚freedom of speech’ – oder geht es darum, Minderheiten zu schützen und Wege ausfindig zu machen, wie man/frau rücksichtsvoll miteinander umgehen soll?
Die Debatte ist natürlich nicht neu. Sie kreist zumindest in den letzten Jahren immer wieder rund um das Verbotsgesetz in Österreich (und anderswo) zur Leugnung des Holocaust, um sexistischen und rassistischen Sprachgebrauch, und um die Anerkennung von Minderheitenrechten. Es stellt sich die Frage, warum sprachliche Rücksichtnahme von manchen Gruppen, Medien und Personen so bedrohlich erlebt wird – es handelt sich also um diskursive Machtkämpfe, die aufgeschlüsselt werden müssen.
In meinem Vortrag werde ich zunächst kurz auf wesentliche Aspekte dieser Debatten eingehen, aus historischer und diskursanalytischer Sicht. Weiter fokussiere ich vor allem zwei Fallstudien aus der Sicht der kritischen Diskursanalyse; einerseits zur rechtspopulistischen Rhetorik, andrerseits zu rezenten US Debatten, die sich v.a. im Gender- und Sportbereich abspielen (vgl.  beispielsweise, De Cillia & Wodak 2006; Engel & Wodak 2013; Wodak 2011, 2014; Wodak, KhosraviNik & Mral 2013).

Zur Person:

Ruth Wodak is Distinguished Professor of Discourse Studies at Lancaster University, UK, since 2004 while she has remained affiliated to the University of Vienna (as Full Professor of Applied Linguistics). Besides many other prizes, she was awarded the Wittgenstein Prize for Elite Researchers in 1996. 2008, she was awarded the Kerstin Hesselgren Chair of the Swedish Parliament and an Honorary Doctorate from University of Örebro in Sweden in 2010. In 2011, she was awarded the Grand Decoration in Silver for Services for the Austrian Republic. She is Past-President of the Societas Linguistica Europea, and member of the British Academy of Social Sciences and the Academia Europea. Recent book publications include The discourse of politics in action: ‘Politics as Usual’ (Palgrave), 2nd revised edition (2011); Migration, Identity and Belonging (with G. Delanty, P. Jones, 2011), The Discursive Construction of History. Remembering the Wehrmacht’s War of Annihilation (with H. Heer, W. Manoschek, A. Pollak, 2008), The Politics of Exclusion (with M. Krzy┼╝anowski, 2009), Gedenken im Gedankenjahr (with R. de Cillia, 2009); The SAGE Handbook of Sociolinguistics (with B. Johnstone and P. Kerswill); Migrations. Interdisciplinary Perspectives. Berlin: Springer (2012; with M. Messer and R. Schroeder); Critical Discourse Analysis (2013; 4 Volumes; Sage Major Works) London: Sage, Rightwing Populism across Europe: Discourse and Politics (2013; with M. KhosraviNik, B. Mral), London: Bloomsbury; and Analysing Fascism: Fascism in Talk and Text (2013; with J. Richardson), London: Routledge.

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Postersession

In allen Pausen findet in Saal 221 eine Postersession von Studierenden und Nachwuchswissenschaftler_innen statt.

  • Olga Artamonova (Universität Freiburg): Unterricht in Kanakistan: Interaktionale Zugehörigkeitsverhandlungen an einer deutschen Hauptschule
  • Lukas Betzler (Universität Göttingen): ›Im Zweifel antisemitisch‹? Ein antisemitismuskritischer Blick auf die Kolumnen Jakob Augsteins
  • Jana Eisberg (Universität Hamburg): Das hässliche N-Wort* – Am Beispiel der Debatte um „Die kleine Hexe“
  • Elif Kübra Hoepner (Universität Hamburg): Diskriminierende Sprichwörter in verschiedenen Sprachen über Türken
  • Maren Lübke (Universität Hamburg): Heteronormativität: ein Gesellschaftsmodell in der Kritik
  • Feline Schäfer (Universität Hamburg): Ableismus: mediale Darstellung von Menschen mit Behinderung
  • Jana Kristin Stüven (Universität Hamburg): Cultural Appropriation or Cultural Appreciation?
  • Sarah Wiedenhöft (Universität Hamburg): Teeniemutter – Rabenmutter?!? Die Verwendung des Begriffs „Teeniemutter“ in Wörterbuch, TV-Sendungen und Presse
  • Tanja Yeh (Universität Hamburg): Was es bedeutet, ein Ally zu sein






Correctly Political!

Correctly Political!

Sprachkritik und kritischer Sprachgebrauch für das 21. Jahrhundert

Tagung, 24.-25. Juli 2014, Uni Hamburg, ESA1 O 221

Mit Noah Sow, Ruth Wodak, lann hornscheidt, Heike Wiese, Reyhan Şahin u.v.a.

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